Gequatsche

BLACK BOOKS MATTER – BUCHTIPPS

Juli 25, 2020

In der Welt passiert im Moment unendlich viel und am 2. Juni hat fast ganz Instagram ein schwarzes Bild gepostet um #BlackLivesMatter zu unterstützen und nun, fast zwei Monate später, habe ich das Gefühl, das unsere Stimmen verklungen sind, aber das darf nicht sein. Black Lives Matter sollte nicht nur laut sein, wenn es für einen bequem ist und wenn man gerade Zeit hat, man sollte immer darauf achten, und versuchen zu unterstützen.

Der DTV Verlag hatte eine Aktion mit „Nach der Flut das Feuer“ von James Baldwin gestartet und das Buch kostenlos als E-Book angeboten, sodass wirklich jeder die Möglichkeit dazu hat, dieses Buch zu lesen und sich weiterzubilden. Es ist wichtig, dass wir uns weiterbilden, uns informieren und jedem einzelnen Menschen mit Respekt begegnen. Ich habe mich der Aktion angeschlossen, drei Bücher bekommen und für mich eine Liste mit Büchern zusammengestellt, die ich euch empfehlen mag und ihr lesen solltet.

Zum einen habe ich „Oreo“  von Fran Ross bekommen und das Buch nun endlich begonnen zu lesen. In der Geschichte geht es um Christine, welche in Philadelphia aufwächst und dort verspottet wird als „Oreo“. Christine besitzt eine schwarze Mutter und einen jüdischen weißen Vater, welcher jedoch schon sehr früh verschwunden ist und ihr nur ein Geheimnis hinterlassen hat. Um dieses Geheimnis zu lösen, macht sich Christine auf nach New York und trifft dabei auf unglaubliche Menschen. Einen schwulen, der Anonym Manager feuert, einen Radio-Macher und einen Zuhälter.

Schon jetzt kann ich sagen, dass dieses Buch unglaublich interessant ist, wahnsinnig gut geschrieben und mit Sicherheit noch einige Überraschungen bereit hält. Ohne jetzt sehr viel von dem Buch bisher gelesen zu haben, empfehle ich euch die Geschichte, weil ich glaube, dass dieses Buch uns zeigen möchte, dass egal wie viele Unterschiede wir äußerlich haben mögen, innerlich alle gleich sind. Ich bin gespannt, was mich in diesem Buch noch erwarten wird.

Ebenfalls erhalten habe ich „Von dieser Welt“ von James Baldwin und dieses Buch habe ich sofort gelesen. Ich kann euch sagen, dass James Baldwin einen unglaublichen Schreibstil hat, er hat irgendwie was Lyrisches, ist nicht immer einfach zu verstehen, aber dafür unendlich fesselnd. Ich saß im Zug, als ich dieses Buch las und wollte immer weiterfahren, um nur nicht unterbrochen zu werden.

„Von dieser Welt“ ist James Baldwins Debütroman und erzählt die Geschichte von dem jungen John Grimes. Die Kernhandlung spielt sich im Laufe eines Tages an, an welchem unser Protagonist vierzehn Jahre alt wird. In seinen Erlebnissen werden drei grundlegende Konflikte wiedergegeben. Zum einen ist da ein sehr offensichtlicher Konflikt, und zwar das problematische Verhältnis zu seinem Vater. Sein Vater ist Prediger, aber dies hält Gabriel nicht davon ab, seine Frau und Kinder zu schlagen, zornig und selbstherrlich zu sein. Der zweite Konflikt beschäftigt sich mit Johns religiöser Krise. Er muss sich selbst finden, seinen Weg suchen und über  sich selbst bestimmen können. Der letzte Konflikt und wahrscheinlich der größte ist, dass John als schwarzer in einem System lebt, welches nur von weißen bestimmt wird. Rassismus ist bei ihm Alltag und nicht die Ausnahme. So gut wie alle Konflikte in diesem Buch sind auf den Rassismus zurückzuführen, weil sie so gegenwärtig ist.

Ich kann euch also wirklich nur Raten, dieses Buch zu lesen und das was in der Geschichte passiert zu verinnerlichen, denn wen man das Buch genau liest, wird man erkennen, dass die Geschichte noch immer aktuell ist und es wahrscheinlich noch eine ganze Weile lang sein wird.

Auch „Nach der Flut das Feuer“ von James Baldwin ist bei mir eingezogen und dieses Buch vereint zwei Essays des amerikanischen Autors. In dem ersten Essay „Mein Kerker bebt“ schreibt James Baldwin einen Brief an seinen Neffen. Grund für den Essay ist das 100-jährige Jubiläum der Sklavenbefreiung. In dem Essay liest man jedoch sehr schnell heraus, dass nach Baldwins Meinung 100 Jahre zu früh gefeiert wurde, weil Schwarze in den USA der 1960er Jahre keinesfalls frei waren und auch heute noch immer für ihre Rechte kämpfen müssen.

Auch dieser Roman hat wie „Von dieser Welt“ noch immer nicht an Aktualität verloren, das haben wir in den letzten Monaten deutlich zu spüren bekommen und das ist nicht nur in den USA so. Was wir hoffen können ist, das viel mehr Menschen sich weiterbilden, lesen, anfangen zu verstehen und zuzuhören und nicht mehr wegsehen.

Zum Schluss habe ich noch eine Liste mit weiteren Büchern von BPOC Büchern:

The Hate U Give von Angie Thomas

Children of Blood and Bone von Tomi Adeyemi

The Sun is also a Star von Nicola Yoon

Kingdom of Souls von Rena Barron

With the Fire on High von Elizabeth Acevedo

  1. Liebe Julia,

    danke für die Empfehlungen.
    „The Hate U Give“ steht ziemlich weit oben auf meiner WuLi, sobald das gelesen ist, werde ich mir bestimmt noch den Film anschauen.

    Menschen sind so individuell wie das Leben selbst und das sollte man respektieren.

    Liebe Grüße
    Tina

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