Gequatsche

Weil manchmal nicht alles perfekt sein kann

Dezember 26, 2019

Ich bin tatsächlich wahnsinnig perfektionistisch und aufgefallen ist mir dies, seit ich mit dem Bloggen angefangen habe. Wirklich intensiv wahrgenommen habe ich dies jedoch erst in den letzten Wochen und Monaten und in diesem Beitrag möchte ich gerne mit euch darüber reden. Ich bin bestimmt nicht die einzige Person, der es so geht und meiner Meinung nach, sollte man sich dafür gar nicht schämen und es ist wichtig, sich dieser Tatsache wirklich bewusst zu werden.

Mein Perfektionismus fing auch nicht wirklich mit dem Bloggen an, eher mit Instagram und der Tatsache, dass dort alles ständig wächst und man gerne so gut sein würde wie alle anderen auch. Bei mir ist der Perfektionismus erst schlimmer geworden, als meine Bilder sich auch verändert haben und ich mit meinem Freund die Bilder mache und nicht mehr alles alleine, weil es nicht immer funktioniert.

Und da liegt oftmals auch das Problem. Wenn ich ein Bild machen möchte, dann habe ich eine ganz bestimmte Vorstellung in meinem Kopf, wie es aussehen soll, ich kann es praktisch vor meinem inneren Auge sehen, jedes noch so kleine Problem und dann will ich es in der Wirklichkeit umsetzen. In den letzten Tagen ist mir erst so richtig klar geworden, dass dies nun einmal nicht immer funktioniert.

Die Bilder, welche mein Freund von mir macht, entstehen durch die Art wie er mich und das Bild nun einmal sieht und diese Sicht ist nun einmal vollkommen anders als meine eigene. Für mich ist es teilweise noch immer sehr schwer, dies zu akzeptieren und wenn mein Freund das Bild nicht so schießt, wie ich es mir in meinem Kopf vorstelle, dann verliere ich sehr oft und sehr schnell die Lust, werde ab und zu wütend und dann tut er mir leid. Er tut mir leid, weil ich dann ab und zu ein wenig lauter werde, weil ich genervt bin und frage, ob er mir einfach nicht zuhört. Ich werde wütend, weil er die Bilder schön findet, aber ich nicht. Ich weine und gestehe mir dann ein, dass ich vollkommen überreagiert habe und das nur wegen einem Bild. Ich liebe ihn und ich möchte nicht böse auf ihn sein, bin ich auch nicht, sondern eher auf mich selbst.

Gut ist, dass er auch nicht auf mich sauer ist, sondern mit einer Engelsgeduld weiter Bilder macht, bis ich zufrieden bin und darüber kann ich sehr dankbar sein. Ich bin dankbar, dass er mich irgendwie versteht und mir helfen will, dass er mit mir zusammen herausfinden will, wie er das perfekte Bild machen kann. Ich hätte über mich schon längst die Augen verdreht. Öfter habe ich deswegen nun wieder versucht alleine ein Bild zu machen oder das ganze locker zu sehen, aber oft ist da noch immer eine genaue Vorstellung von dem Bild, welches ich schießen möchte und da macht meine Geduld nicht immer so mit, wie sie sollte.

Für mich selbst ist es auf jeden Fall wichtig, dass ich erkannt habe, wie ungesund es ist in dieser Sache so vollkommen verbissen zu sein, dass ich mich in dieser Sache einfach ein wenig mehr entspannen muss. Ich muss lernen zu akzeptieren, dass das was ich mache, gut so ist und ich mehr auf meinen Freund hören sollte.

Was ich euch nun raten kann, ist, dass wir aufhören sollten, uns durch diese Zahlen zu definieren, dass wir alle jeden Tag unser Bestes geben und das was wir tun gut genug ist, auch wenn wir es selbst nicht immer erkennen. Ich versuche mich nun etwas mehr von diesen Zahlen zu entfernen und endlich zufrieden mit mir zu sein, auch wenn ich weiß, dass dieser Prozesse noch eine ganze Weile lang brauchen würde.

Wie geht es euch? Hattet Ihr schon einmal Probleme mit euren Bildern und wart vollkommen unzufrieden?

Eure Julia ♥

  1. Liebe Julia, ein wundervoller, offener und ehrlicher Beitrag. Danke dafür <3 Ich verstehe deinen Druck und es tut mir weh das so zu lesen. Die Zahlen und insbesondere bei Instagram dürfen so wundervolle Menschen wie dich nicht kaputt machen. Perfektionismus ist schön und gefährlich zugleich. Die Balance zu finden tatsächlich nicht immer einfach. Ich bin aber froh zu lesen, dass du diese Einsicht hast und es ist auch schön von der Dankbarkeit gegenüber deinem Herzmenschen zu lesen. Du machst das absolut richtig und bist perfekt auf deine eigene Weise. <3

  2. Liebe Julia,

    ich bin grade über die Aktion Kommentier Wochenende von Elizzy bei dir gelandet.

    Das „Problem“ des Perfektionismus ist erst dann ein Problem wenn man eben in so ein Dilemma gerät wie du. Auch ich bin manchmal unzufrieden mit den Fotos, dann mach ich mehrere oder verschieb es auf den nächsten Tag. Ich bin auch perfektionistisch und ich mach alles alleine, da wo ich den Anspruch habe es perfekt haben zu wollen. Was das Thema Instagram angeht zumindest. Ich finde da machen sich eh viel zu viele zu sehr Druck. Man will mindestens genau so gut sein, wenn nicht besser, wie die anderen. Hier geht es natürlich auch um die Follower und Like zahlen. Man fragt sich schnell was man falsch macht wenn man nicht die Zahlen erreicht wie so manch andre. Aber ich habe schnell rausgefunden das viele da nicht ganz so transparent sind. Wenn man sich nämlich mal die Follower der jeweiligen Accounts ansieht dann sieht man schnell das es viele Fake und Spam Accounts gibt, mal abgesehen von den Ghostfollowern. es macht sich halt gut hohe Followerzahlen zu haben. Es gibt nicht so viele User die regelmässig ihre Listen ausmisten.

    Ich mach das jedes Ende jähr, im Dezember. Da gehen ich manuell durch die Abonnenten durch, lösche inaktive, Fake und Spam Accounts raus. sowie total Themenfremde und Ghostfollower soweit ich sicher bin das es welche sind. Darum sind meine Abonnentenzahlen nie höher als 600 oder 700. Grade sind sie sogar auf unter 500. ich staune jedes Jahr wieder viele viele Accounts im laufe eines Jahres inaktiv werden.

    Aber deine Reaktion auf deinen freund kann ich dennoch gut nachvollziehen. Das kenn ich im privaten Leben auch. Da hab ich eine Vorstellung wie ich das gerne haben möchte und mein mann findet es gar nicht gut. Im Gegensatz du dir fresse ich den Ärger in mich rein und gebe nach, meistens.

    Ich finde man sollte lockerer werden, was Instagram angeht, da hab ich das geschafft. Ich messe mich nicht mehr mit anderen, meine Bilder sind auch anders als auf den meisten Bookstagramaccounts. Aber weisst du was? Das bin nun mal ich. ich find es wichtig seine eigene Sache zu machen, und ich habe lieber weniger Follower dafür kommentieren und liken die auch. 😉

    Ich hoffe ich bin jetzt nicht zweit von deinem Thema abgeschweift *gg* Aber ich denke das ist eben auch mit ein Grund.

    So, nun wünsch ich dir noch ein gutes Neues, und lass dir liebe Grüsse da.

    Alexandra

  3. Was Fotos angeht, kann ich kaum mitreden, da ich Fotos von mir einfach grundsätzlich nicht mag. 😉 Ich habe sowas ähnliches aber mit der Kunst. Wenn ich male, will ich, dass das Bild am Ende so aussieht, wie ich mir es in meinem Kopf vorgestellt habe. Das kann unsagbar frustieren, vor allem wenn man dann hinterher nur über Likes geht. Die geben halt keine Auskunft darüber wie zufrieden man selbst mit seinem Endprodukt man ist. Ich glaube fest daran, dass es wichtige ist, dass ich hinter meinen Bildern stehe, als andere oder irgendwelche Zahlen. Man wird da immer wieder reingezogen, aber manche Sachen muss man sich wie ein Mantra immer wieder klar machen.
    Grüße, Katharina

  4. Da ich irgendwann erkennen musste, dass mir Bilder nie-nie-nie so gelingen wie ich mir das vorstelle, habe ich das irgendwann aufgegeben. Das gelingt mir wenn dann nur beim Schreiben. Daher habe ich mich irgendwann nur noch darauf verlegt 🙂

    Weil am eigenen Hand zum Perfektionismus „kaputt zu gehen“ war es dann auch nicht wert 🙂

    VG,
    René

  5. Hallo aus Wien,

    Perfektionismus, ach ja!
    Wie kenne ich das vom Bücherschreiben.
    Da starre ich auf die Seite /den Bildschirm, glaube, die beste Lösung gefunden zu haben – und wenn ich den Roman dann als fertiges Buch in der Hand halte und auf einer Lesung draus vortrage, fällt mir was viel Besseres ein! Oder halt, eigentlich: Was vermeintlich Besseres.
    Sind es nicht immer nur Varianten einer Sache?
    Jeder Mensch würde jede Geschichte anders erzählen.
    Ein Foto macht auch jede von uns anders – glaubst du nicht?

    #Bloggernetzwerk

  6. Liebe Julia,

    ein super interessanter Beitrag! Im ersten Moment dachte ich: perfektionistisch bin ich ja nun einmal gar nicht! Ich lasse die Dinge meist eher ruhig angehen und mache auch gern mal was – wie meine Mum sagen würde – „mit halbem Arsch“. Aber dann habe ich beim Lesen deines Beitrags doch dran denken müssen, wie unzufrieden ich mit meinem bookstagram bin, wie viele Bilder ich schieße, wie viele ich aussortiere, wie viele tatsächlich online landen und wie wütend oder vielmehr fast traurig ich werden kann, wenn es gefühlt bei allen anderen schöner aussieht als bei mir. Dadurch verliere ich auch oft die Motivation.

    Der letzte Absatz deines Beitrags ist Gold wert. Du hast so recht damit!

    Liebe Grüße
    Lisa

  7. Hallo 🙂

    Es ist wirklich schön zu lesen, wie offen du mit dir und deinem „Problem“ umgehst. Vermutlich wirst du in der virutellen (und auch in der realen) Welt viel mehr Gleichgesinnte antreffen, als du im ersten Moment denkst.

    Perfektionismus kann ein Fluch sein, vor allem in einer Welt, die doch so unperfekt ist und in der es objektiv betrachtet eigentlich gar keine Perfektion gibt. Ich habe das Problem mit meinem gesamten Blogger-Leben, wenn ich ehrlich bin. Ich würde gerne super tolle Beiträge verfassen, am besten regelmäßig – jeden Montag das, Mittwoch dies, Freitags jenes und Sonntags auch noch eins und dann noch hier und da welche lose dazwischen. Natürlich möchte ich das auf meinem Blog, bei Instagram und bei Twitter. Ich hadere immer wieder mit mir, weil ich weiß, dass diese Vorstellungen eigentlich utopisch sind. Dann habe ich keine Zeit mehr für mein RealLife, die Uni, Freunde, das Schreiben oder Lesen (und wenn man übers Lesen und Schreiben bloggt, hat man irgendwann nichts mehr, worüber man bloggen kann – ein Teufelskreis). Wie du befinde ich mich momentan in einer Phase, in der mir dieser Perfektionismus und dieser innere Drang und dieser äußere Druck bewusst ist und in der ich versuche entgegen zu arbeiten. Aber das ist manchmal wirklich schwer.

    Eigentlich zeichnet sich mein Bloggen darin aus, dass ich es eben unregelmäßig führe. Dafür dann, wenn ich etwas wichtiges oder tolles teilen möchte. Doch das gibt mir das Gefühl unzureichend zu sein, weil dadurch die Zahlen – von Besuchen, Likes, Kommentaren und und und… – runter gehen. Aber muss ich unbedingt viele Likes und Kommentare bekommen? Reicht es nicht zu wissen, dass ich das für mich mache und dass ich damit ab und an mal eine Person erreiche? Man sollte meinen, dass das ausreicht, aber es schützt einen dennoch nicht davor in diesen Strudel hineinzugeraten.

    Aber weißt du was? Das ist überhaupt nicht schlimm! Es wird dauern, bis du, ich und viele viele andere ihr Maß gefunden haben, mit dem sie zufrieden sind. Bis wir eine Bilderqualität und eine Bloghäufigkeit erreicht haben, bei der wir sagen können, so ist das gut, so ist das super, auch wenn es nicht perfekt ist! Es ist eine Sache der inneren Einstellung und diese zu ändern ist manchmal unglaublich schwer. Aber wir sind uns dessen bewusst und das ist schonmal ein unglaublicher Fortschritt! Dann schaffen wir es auch Stück für Stück daran zu arbeiten, da bin ich mir sicher 🙂

    Liebe Grüße
    ~Tilly

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