WARUM WIR VERSCHIEDEN SEIN DÜRFEN

Heute mal ein Thema, welches mich schon seit einer ganzen Weile beschäftigt und über das ich auch sehr lange nachgedacht habe, mehrere Monate, wenn ich ehrlich bin. Auch schreibe ich diesen Beitrag nicht zum ersten Mal, habe ihn immer wieder gelöscht und neu begonnen. Nun jedoch muss es einfach heraus, weil ich sonst wahrscheinlich noch platze vor lauter ungesagten Worten und das will wirklich niemand.

Es geht darum, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass Vielfalt nicht mehr so gut ankommt, dass man sich nicht frei entfalten kann und vor allem fällt mir das auf Instagram auf, überall sehe ich die gleichen Bücher in den Händen der Blogger, auf ihren Tischen oder in ihrem Bücherregal. Am Anfang habe ich da mitgemacht, weil ich gemerkt habe, dass es bei den anderen ankommt, die Likes und Klicks stiegen an und irgendwie gewöhnte man sich an diesen Einheitsbrei.

Doch ich habe mich verändert, mein Lesegeschmack hat sich verschoben und dann fing ich an, nur noch Bildern von englischen Büchern zu posten. Die Likes und Klicks verschwanden erst einmal für eine ganze Weile, sie wurden weniger und im ersten Moment war dies wirklich enttäuschend, aber ich wollte mich nicht wieder in die Masse einfügen. Wir sind doch immerhin alle verschieden, wir haben alle einen anderen Geschmack. Und wenn jemand unter Dein Bild schreibt: „Davon habe ich noch nie etwas gehört, aber das Bild ist toll“, dann ist das gut so! Du kannst noch immer mit der Person ins Gespräch kommen und ihr sagen, wie Du das Buch fandest und mit etwas Geschick hast Du sie danach vielleicht dazu bringen können das Buch auch einmal zu lesen.

Bei mir hat es sehr lange gedauert, bis ich aus meiner Komfortzone heraus bin, was vor allem daran lag, dass ich dachte, es würde dann niemanden mehr interessieren was ich eigentlich zu sagen habe, was ich lese und wie ich ein Buch finde. Ich weiß das nicht so viele auf englisch lesen, dass die Sprache schwer sein kann und es für viele zu lange dauert, so ein Buch zu lesen.  Doch es ist dennoch möglich so ins Gespräch zu kommen und sich über seine liebsten Bücher auszutauschen, vielleicht entdeckt man dadurch ja ein Buch, welches man vorher nicht so auf dem Schirm hatte, und stellt dann überraschend fest, dass es einem wirklich gefallen hat. Aber nur weil die breite Masse dieses eine bestimmte Buch liebt, musst Du es nicht auch lieben.

Und wenn Euch ein Buch gefallen hat, allen anderen aber nicht, dann kann man dennoch ins Gespräch kommen, niemand wird verurteilt! Redet darüber, was hat Euch gefallen und was hat Euch nicht daran gefallen, warum würdet Ihr das Buch nicht noch einmal in die Hand nehmen und dann gibt es bestimmt noch 100 andere Bücher über, die man miteinander reden kann. Doch zuerst ist es wichtig, dass man seine eigene Einzigartigkeit akzeptiert und annehmt.

Vielleicht wird es schwer sein aus dieser Komfortzone heraus kommen, aber wir sind alle besonders, wir sind alle vielfältig und einzigartig, wir müssen nur aus unserer schützenden Blase herauskommen. Lass Dich nicht auf ein Genre abstempeln, nur weil eine Welle Dich in diese hineinzieht, sei da drinnen, weil Du es liebst, und zeig auch alle anderen Facetten von Dir.

Weil Vielfalt wichtig ist.

Oder wie seht Ihr das? Habt Ihr dazu eine vollkommen andere Meinung oder könnt Ihr mit zustimmen?

Eure Julia ♥

 

 

15 Kommentare bei „WARUM WIR VERSCHIEDEN SEIN DÜRFEN“

  1. Hey Julia 🙂
    Ich stimme Deinen Aussagen aus dem Beitrag zu 100% zu . Das mit dem „Mehr Likes für Bilder von populären Büchern“ dürfte wahrscheinlich schon jedem, der darauf achtet und analysiert, aufgefallen sein! Davon habe ich mich wie Du anfangs auch irritieren lassen, mittlerweile ist es mir egal, weil ich mich – und vor allem meine Meinung – nicht durch irgendwelche Hypes verbiegen lasse und weiterhin die Bücher besprechen möchte, die mich auch wirklich interessieren! Es sollte im Leben eines Bookstagrammers / Buchbloggers um mehr gehen als Klicks und Likes. Es ist okay, ab und zu die eigene Komfortzone zu verlassen. Ich tue das, wenn ich zB Fantasy lese! So etwas empfinde ich als wichtig, um nicht vielleicht die Lust am Lieblingsgenre oder dem Lesen generell zu verlieren.
    Ganz liebe Grüße und einen schönen Tag wünsche ich Dir,
    René

  2. Liebe Julia,
    ich freue mich sehr für dich, dass du aus deiner Komfortzone ausgebrochen ist und das machst worauf du Lust hast 🙂 Wie du schon sagst: wir sind verschieden, und das ist auch ganz gut so. Jeder darf lesen, posten, schreiben was er mag. Und dennoch kann ein Austausch entstehen, oder gerade dann, wenn man etwas neues für sich entdeckt.
    Ich habe (zum Glück!) schon lange damit aufgehört, darüber nachzudenken, was Menschen gut finden, von mir erwarten, oder was „in“ ist. Natürlich lese auch ich Bücher, die in aller Munde sind, einfach weil ich super neugierig bin. Ich lasse mir aber die Freude nicht nehmen, wenn jemand enttäuscht ist. Generell habe ich selten hohe Erwartungen und lese einfach.
    Als ich verstanden habe, dass sich mein Blog nicht nur um Bücher drehen MUSS war es, als wäre ein riesiger Stein gefallen. Endlich konnte ich einfach drauf los schreiben, wonach mir der Sinn stand. Gaming, Filme, Serien, alles was ich liebe findet man auf meinem Blog und auf Instagram. Und die Reaktionen sind durchweg positiv. Erst dadurch habe ich gemerkt, wie viele Bücherwürmer die anderen Hobbys teilen. 🙂

    Liebe Grüße,
    Nicci

  3. Ein interessanter Beitrag. Ich stimme dir einerseits, auch ich merke immer wieder, dass sich dieselben Bücher auf fast allen Blogs wiederholen. Dass auf Instagram mit den immer selben Bücher posiert wird. Dass ich nicht so viele Leser erreiche, weil ich mittlerweile fast nur noch auf Englisch lese.

    Anderseits haben wir es doch selbst in der Hand. Ich habe viele Blogs aus meinem Feedreader geworfen, die mir zu sehr Einheitsbrei waren. Bei Instagram bin ich nur sehr gelegentlich unterwegs. Und ich freue mich über jeden Menschen, der mir dennoch einen Kommentar da lässt.

    Was ich sagen will: Vieles ist eine Frage der Wahrnehmung und wie wir diese bewerten. Wir können uns selbst eine vielfältige Umgebung schaffen. Blogs folgen, in denen diverse Bücher vorgestellt werden. Und eben Blogs entfolgen, die bei uns ein latent schlechtes Gefühl hinterlassen. Sei es, weil wir nicht so erfolgreich sind oder auch aus anderen Gründen.

    Ich freue mich jedenfalls daran, manchmal sozusagen Trendsetterin zu sein, weil ich ein Buch schon gelesen habe, dass später auf Deutsch erfolgreich wird. Oder dass ich manchmal Perlen gelesen habe, die es nie zur deutschen Übersetzung schaffen und mir deshalb entgangen wären. Aber hauptsächlich lese ich auf Englisch, weil ich einerseits gern in Originalsprache lese und es anderseits günstiger ist.

  4. Ich bin auch kein Fan von diesem Einheitsbrei und es fällt mir oft auf, dass man auf Bilder mit aktuellen Büchern mehr Likes erhält, als wenn man ältere Bücher fotografiert. Finde ich etwas schade, denn ob ein Buch neu ist, hat ja nichts mit der Qualität eines Buches zu tun und für Bücher gibt es kein Verfallsdatum. Das Gefühl habe ich leider aber manchmal und das ist echt ne unschöne Entwicklung. Ich habe da noch nie mitgemacht. Nicht auf Instagram, nicht auf meinem Blog. Bin sowieso jemand der nicht immer sofort ein Buch haben muss, sondern etwas länger wartet, bis ich mir Neuerscheinungen hole, deshalb findet man bei mir auch Rezensionen zu älteren Werken. Auch die können für jemanden eine Neuentdeckung sein und warum sollte man sie dann nicht lesen? Muss es immer das gehypte Jugendbuch sein, das aktuell jeder besitzt?

    Finde es auch eher langweilig, wenn mir zu einem Buch auf jedem Blog eine Rezension entgegenspringt, denn persönlich lese ich da mal 1-2 wenn ich neugierig bin, aber das war es dann auch schon.

    Somit: Bleibt dir selbst treu und es ist schön, dass du den Schritt gewagt hast. Das sollten viel mehr auf Instagram und auch dem Blog tun, anstatt nur der Masse zu folgen. Individualität ist immerhin was Gutes.

    Lg Nicole
    litnetzwerk

  5. Vielfalt ist was tolles! Ich habe keine Lust mir die zehn tausendste Kritik zu demselben Buch durchzulesen. Lieber entdecke ich neue Bücher, Bücher, zu denen ich im Buchladen selber eher nicht gegriffen hätte, denn es ist doch mal schön aus seiner Komfortzone herauszubrechen.

  6. Hallo Julia,

    das Gefühl kenne ich ganz gut, bzw. hatte ich selbst auch schon. Nicht unbedingt bei Instagram, sondern allgemein bei meinem Blog und welche Bücher ich lese und vorstelle. Als Buchblogger ist man immer in der Gefahr dem Zwang zu verfallen neue Bücher zu lesen und zu rezensieren. in diese „Zwangsschleife“ gerät man total schnell hinein und ja auch deshalb, weil man das natürlich auch am Feedback bei den neuesten Büchern, die in aller Munde sind, spürt: mehr Likes, mehr Kommentare, mehr Gespräche geteilte Tweets zum Beitrag über Twitter.

    Ich versuche mich immer mal wieder gedanklich neu zu sortieren, ob die Richtung, die ich gerade lese, noch zu mir und meinen Bedürfnissen passt, oder ob ich wieder in dieser „Zwangsschleife“ gefangen bin. Das gelingt mit meist ganz gut.

    Viele Grüße,
    Ramona (#litnetzwerk)

  7. Hey 🙂
    Ich kann dir da absolut zustimmen. Vielfalt ist so wichtig und wie langweilig wäre es denn bitte, wenn wir alle dieselben Bücher mögen würden. So können doch auch keine guten Diskussionen entstehen, warum man das Buch mochte, während jemand anderes es vielleicht nicht mochte.
    Ich muss mich da auch hin und wieder ermahnen, nicht in den Trott zu kommen, wieder das zu machen, was jeder macht. Manchmal fühlt man sich einfach verpflichtet, dieselben Sachen zu mögen wie andere oder genau dasselbe zu machen. Dabei kann aber leider einiges an Authentizität verloren gehen.
    Ich denke, dass solange man das tut, was man liebt und wofür man brennt, dann findet man immer Leute, die sich mit einem austauschen wollen. Und im Endeffekt bedeutet die Anzahl an Klicks und Likes nichts, wenn man nicht das tut, was man liebt.

    Liebe Grüße
    Isabell

  8. Liebe Julia,
    Ich stimme dir absolut zu: Vielfalt ist wichtig! Ich stelle bei Instagram auch fest, dass es oft immer um die gleichen gehypten Bücher geht. Daraufhin habe ich die Liste der Leute denen ich folge aussortiert, immer wieder das gleiche zu sehen und zu lesen ist langweilig. Das heißt nicht, dass ich n ihr gezielt danach schaue was andere über das Buch gedacht haben welches ich gerade gelesen habe, ganz im Gegenteil, das finde ich spannend. Aber genauso spannend ist es auch, neue (alte) Bücher zu entdecken und sich abseits des Trends inspirieren zu lassen. Liebe Grüsse
    Vera

  9. Hallo Julia,

    ich kann dir in allen Punkten zustimmen. Ich selbst lese teilweise auch die Bücher, die man überall sieht, versuche aber auch ein bisschen Abwechslung reinzubringen. Allerdings merke ich dann auch, dass bei weniger bekannten Bücher oder Backlisttiteln die Klicks oder Likes zurückgehen, was schon sehr schade ist, denn diese Bücher können ja auch interessant sein. Aber ich stimme dir auf jeden Fall zu, dass Vielfalt wichtig ist, nicht nur auf Instagram, sondern auf auch den Blogs. Wenn man auf der Hälfte der Blogs immer die gleichen Rezensionen sieht, dann klickt man vielleicht die ersten drei oder vier an, weil es sonst langweilig ist oder wird.

    Solange es einem aber selbst Freude macht und einen die Bücher interessieren, sind Likes vielleicht aber auch nebensächlich. Und falls sich doch eine interessante Diskussion daraus ergibt ist es ja schön 🙂

    Alles Liebe, Ela

  10. Liebe Julia,
    das ist wirklich ein toller Beitrag! Wie gut, dass du ihn doch noch gepostet hast 🙂
    Ich kann dir da nur absolut zustimmen. Momentan habe ich das Problem nämlich auch und in Zukunft wird es auch so sein. Redwood Love ist ja sehr beliebt auf Instagram und an sich klingt es auch gut. Aber Liebesromane sind normalerweise nicht meins und deshalb bin ich einfach nicht bereit, das Buch zu kaufen, in der Hoffnung, dass es mir so gefällt. Das Risiko für das Gegenteil ist mir zu hoch und ich kann kein Geld zum Fenster rauswerfen. Ich würde gerne „dabei sein“ und im Moment mitreden können, aber ich warte liebe, bis irgendwann eine Bibliothek das Buch hat und dann lese ich es. Wenn es mir gefällt, umso besser, wenn nicht, dann habe ich wenigstens das Geld gespart. Und vielleicht ist es ja auch wieder ganz gut, das Buch zu lesen, wenn der jetzige Hype abgeflaut ist. Mal schauen 🙂
    Viele Grüße,
    Yvonne

  11. Hey Julia,
    ich kann dir, wie viele andere, nur zustimmen. Es ist sicher schwer aus seiner Komfortzone auszusteigen. Ich stehe selbst immer noch mit einem Fuß in der Zone.
    Mit den Hypebüchern habe ich keine Probleme, weil ich die Genre meist eh nicht lese. Bei den likes auf Fotos ist das doch etwas schwieriger.
    Ich muss zugeben, dass es mir immer noch nicht so ganz egal ist. Hoffe, dass sich auch das bald noch ändern wird.

    Liebe Grüße
    Lilly

  12. Liebe Julia

    Der Beitrag gefällt mir gut. Ich persönlich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, was ich lese und andere lesen. Ich lese selbst am liebsten Blogs, welche nicht nur jedes Hype-Buch lesen.
    Es ist wichtig, dass wir nicht nur das Lesen, was durch viel Werbung überall Sichtbar wird. Jeder hat einen eigenen Geschmack und ich liebe, dass wir alle verschieden sind. Dementsprechend verschieden darf unsere Bücherwahl sein. Danke, für den Beitrag!

    Liebe Grüsse

    Josia

    #litnetzwerk

  13. Hallo nochmal ^^,

    gelungener Beitrag, der meine eigenen Gedanken gut wiederspiegelt.
    Ich lese relativ viel Abseits des Mainstreams und interessiere mich auch nicht so sehr für die meisten Hypebücher. Mein Geschmack ist einfach anders. Ich schätze mal das ist einer der Gründe, warum meine Followerzahl vergleichsweise klein ist, aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich folge meist Blogs, die auch etwas mehr Abwechslung bieten und wenn ich zu einem Buch die 12. Rezension sehe habe ich mittlerweile oft kein Interesse mehr daran. Das mit dem Rauskommen aus der Komfortzone ist bei mir aber auch ein Prozess, der sich erst vor zwei, drei Jahren entwickelt hat, weil mir viel von dem was ich las zu eintönig wurde. Ich muss sagen es ist zwar anfangs nicht einfach, aber man trifft dabei auf viel neues, was man so nie entdeckt hätte.

    LG
    Elisa #litnetzwerk

  14. Hallo Julia,
    du hast ja sowas von recht mit deinem Beitrag. 🙂
    Vielfalt ist toll und vor allem wichtig und wenn man dann weniger Likes bekommt, dann hat man vielleicht die falschen Follower. Denn wenn nur jemand deine Posts mag, weil es der Einheitsbrei ist, kann man auf so jemanden auch verzichten. Wichtig sind die Leute, die einem folgen, weil man das postet was man mag. 🙂
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

  15. […] angetan und wird ganz bestimmt noch nachgemacht. – Julia von The Book Dystany schreibt “Warum wir verschiedenen sein dürfen“. Ein unglaublich interessanter und wichtiger Blogbeitrag. – Karin vom Buchgefieder […]

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