Gequatsche

DU KANNST DAS NICHT

Juni 2, 2019

 

Du kannst das nicht. Du kannst nicht bloggen, du kannst nicht schreiben, du kannst keine Gedichte verfassen, du kannst nicht fotografieren, du kannst nicht malen, du kannst nicht singen, du kannst keinen Ton treffen,  du kannst damit kein Geld verdienen, du kannst damit nicht berühmt werden, du kannst das theoretisch auch einfach lassen.

In den letzten Jahren habe ich oft zu hören bekommen, dass ich bestimmte Dinge nicht kann und sie deshalb nicht weiter verfolgen sollte; um andere Menschen mit meiner Art von Kunst nicht auf die Nerven zu gehen. Es gäbe andere Leute, die das besser können und denen sollte man einfach diese Aufgaben überlassen Kunst zu machen. Ich wurde in eine kleine Nische gesteckt; in welcher ich mich bewegen darf, aber ausbrechen wäre ein Skandal gewesen.

Ich habe es gehasst, ich habe es gehasst die Worte „Du kannst das nicht“ zu hören und war sie über die Jahre hinweg einfach vollkommen Leid geworden. Es wurde am Anfang so schlimm, dass ich wirklich nicht geschrieben habe, dass ich mich geweigert habe auch nur einen Strichmännchen zu malen, dass ich weder Singen noch fotografieren wollte.

Zu der Zeit war ich nie wirklich glücklich, aber das konnte ja geändert werden und wieso sollte ich eigentlich auf alle anderen hören und nicht auf das, was ich möchte, wieso kann ich es nicht einfach einmal versuchen und wenn ich dann selbst für mich sage, dass ich es nicht kann, dann habe ich es wenigstens versucht. Also begann ich mir beizubringen, wie man zeichnet, ich habe mich in der Lyrik verloren, immer wieder zu meiner liebsten Musik gesungen und begonnen meine Kamera kennenzulernen. In zwei Jahren habe ich mir unglaublich viel Wissen angeeignet und konnte allen die sagten „Du kannst das nicht“ das Gegenteil beweisen. Ich kann alles, wenn ich nur will und ich bin unglaublich stolz auf all das, was ich in den letzten Jahren erreicht habe.

Es war nicht immer vollkommen einfach, es gab Höhen und Tiefen und manchmal habe ich darüber nachgedacht einfach alles hinzuschmeißen, aber wann haben Aufgaben jemals sofort funktioniert, wann mussten wir mal keine Hindernisse überwinden und über unseren Schatten springen und mal was anderes ausprobieren?  Mit jeder neuen Aufgabe bin ich an mir gewachsen und habe gestaunt, was ich schlussendlich alles kann, wenn ich das nur will.

Ehrlich gesagt, habe ich mir immer gewünscht, dass mal jemand zu mir sagt „Nur Mut Julia, du kannst das, ich glaube an dich“. Ich hätte es gerne gehört, weil alles andere einfach nicht schön ist, weil alles andere einem die Motivation nimmt, aber aus Erfahrung kann ich nun am Ende sagen, dass auch das vorbeigeht. Am Ende des Tages sollte man auf alles, was man tut stolz sein, auf jeden kleinen Schritt und wenn die Person, welche einmal sagte „Du kannst das nicht“, dich dann lobt, sagst du einfach „Ich weiß, ich kann das nämlich, es bringt etwas und es macht mich glücklich“.

Und falls es dir heute noch niemand gesagt haben sollte, dann sollst du wissen, dass ich an dich glaube, dass du das kannst und dich von niemandem unterkriegen lassen sollst.

 

Eure Julia ♥

  1. Hey Julia!
    Ein schöner Beitrag. 🙂 Mir ist es leider auch oft passiert, dass Leute sowas zu mir gesagt haben. Es scheint leider ein verbreitetes Phänomen zu sein. Richtig schlimm war es, als ich mir mit 13 in den Kopf gesetzt habe Künstlerin zu werden. Ich habe zwei Jahre geübt und wurde immer besser, aber schlussendlich habe ich es gelassen, weil mir immer wieder gesagt wurde, dass ich es sowieso nicht kann und nur Leute mit Talent das machen können. Jetzt werde ich es anders handhaben mit dem Schreiben+Bloggen, ich werde es einfach durchziehen, egal was die Leute sagen (und da gibts genug, die der Meinung sind, ich mach nichts Nützliches mit meinem Leben). Heute habe ich nun das Selbstbewusstsein, damals hatte ich es leider nicht. 🙂
    Ich finde es cool, dass du dich nicht unterkriegen lässt! Mach weiter so, denn ich kann dir sagen: Du kannst das. 😀
    Liebe Grüße, Aurora

  2. Ein toller Beitrag!!
    Seien wir doch mal ehrlich, niemand kann eine Sache sofort und perfekt. Jeder fängt klein an, jeder fängt überhaupt erst irgendwann einmal an und jeder muss üben um besser zu werden. Da ist es völlig egal ob man mit Talent oder ohne anfängt.
    Nehmen wir doch das Malen und Zeichnen: Am Anfang sieht es bei allen gleich aus, wir alle fangen doch meist auf Kindergarten Niveau an. Manche üben und zeichnen und malen immer weiter und werden immer besser, andere stecken ewig da fest, weil sie nichts tun um besser darin zu werden, oder einfach nichts malen, weil sie es nicht mögen.
    Viele Zeichner die online unterwegs sind zeigen Vergleichsbilder. Wie ihre ersten Bilder aussahen und ihre jetzigen. Oder Bilder von vor ein paar Jahren und aktuelle. Und es ist immer super toll sowas zu sehen, weil man sieht: Der kann jetzt so extrem toll zeichnen, aber seine Bilder sahen mal genauso „schlecht“ aus wie meine!! Das baut ungemein auf und zeigt, dass jeder das erreichen kann, wenn man nur genug übt, wenn man Arbeit da rein steckt. Denn die, die etwas toll können, haben einfach nur hart dafür gearbeitet und es ist eine Schande, dass manchen dauernd gesagt wird, sie würden es nicht können und sollten es lassen. Was bringt das denn!? Nichts.
    Außer dass sie gar nicht erst üben und es so tatsächlich nie wirklich so können werden wie sie es mal wollten. Es entmutigt. Und das ist wahnsinnig schade. Solche Leute sollten einfach den Mund halten.
    Die, die soetwas sagen, haben doch auch manche Dinge nicht sofort gekonnt. Da hätte man denen als erstklässler ja auch sagen können „Hey hör mal, du kannst einfach nicht lesen, also lass es doch am besten gleich“

    Ich finde es jedenfalls toll, dass du doch irgendwann weitergemacht hast und auf dich selbst gehört hast, nicht auf andere.

  3. Ahoi Julia,

    ein schöner Beitrag und starke Botschaft 🙂
    Das Leute sich immer einbilden, einem sagen zu können und dürfen, was man könne und was nicht… bitte einfach um den eigenen Kram kümmern! Ich will ja Diplomat werden und was ich mir jedes Mal als Erstes anhören darf, was ein Mann garantiert nie gesagt bekommt: Du weißt aber schon, dass du dann keine Familie erstens haben kannst?! Mit den Kindern geht das ja dann nicht mehr das viele Reisen und dein Mann kann ja auch nicht jedes Mal den Job wechseln…
    Erstens nein, das kann ich sehr wohl. Zweitens, wer sagt, dass ich eine will. Und drittens, wer hat eigentlich Mann + Kinder als einzige Form der Familie formuliert? Vielleicht habe ich ja, ohne dass mein Gegenüber das weiß, entschlossen, mit Frau und Katze zu leben?!

    Also richtig klasse, mach einfach dein Ding!
    Sonnige Grüße, Mary <3

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